„Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.“ (Thich Nhat Than)   

Achtsamkeit ist zu einem häufig verwendeten Begriff geworden. Er bezeichnet einen Zustand, in dem wir mit den Gedanken ganz im gegenwärtigen Moment sind und das, was wir gerade erleben, weder bewerten noch verändern möchten.

Achtsamkeit ist auch eine innere Haltung, mit der wir allem, was das tägliche Leben mit sich bringt, mit Wertschätzung und zunehmend mehr Gelassenheit und Vertrauen begegnen können. Wir können lernen, das Leben wieder ähnlich wahrzunehmen, wie es kleine Kinder tun  – zu lachen, wenn wir lachen, zu weinen, wenn wir weinen, jeden Augenblick ganz zu erleben und das Leben in seiner ganzen Fülle und Schönheit zu erfahren.

Wenn wir uns dem Fluss des Lebens wieder anvertrauen, begreifen wir, dass nichts von ewiger Dauer ist, auch nicht die größte Krise.

Mit den Gedanken können wir in der Vergangenheit oder der Zukunft sein, nicht aber mit dem Körper. Daher ist eine gute Körperwahrnehmung ein hilfreicher Anker, um ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Im Shiatsu bildet Achtsamkeit die Grundhaltung. Weder geht es darum, Symptome zu „beseitigen“, noch darum, den Menschen zu „verbessern“. Shiatsu schenkt einen Raum, in dem wir uns angenommen und wertgeschätzt fühlen dürfen mit allem, was jetzt ist.

Das bedeutet nicht, dass sich nichts verändern darf oder alles durch eine rosa Brille gesehen werden soll. So paradox es klingen mag – die tiefgreifendsten Veränderungen können geschehen, wenn wir voll und ganz annehmen, dass die Dinge in diesem Augenblick sind, wie sie sind. Wenn wir das Kämpfen aufgeben, und der Wirklichkeit mit Wertschätzung und Mitgefühl begegnen.

Achtsamkeit

Aus aktuellem Anlass hier ein Text aus dem Vorwort der Zeitschrift Mit Kindern Wachsen:

„Es braucht jetzt wohl Menschen, die Wege kennen, sich selbst zu beruhigen, achtsam zu atmen, tief zuzuhören und vom Herzen her zu sprechen. Lösungen und Wahrheiten zeigen sich, wenn wir ihnen Raum geben und den Kampf beenden. Dabei nehmen sie nicht selten eine Gestalt an, die wir uns im Zustand von Stress und Angst gar nicht vorstellen konnten. Entscheidend ist nicht der Reiz, den wir erleben. Entscheidend ist, wie wir innerlich reagieren und ob wir uns dafür entscheiden, mitfühlend und gelassen zu sein. Achtsamkeit, Mitgefühl, Geduld und Freundlichkeit können sich dann wie Superviren verbreiten und werden wie vom Wind in die Welt getragen.“

(Mit Kindern Wachsen, Oktober 2020)