„Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.“ (Thich Nhat Than)   

Achtsamkeit ist zu einem häufig verwendeten Begriff geworden. Er bezeichnet einen Zustand, in dem wir mit den Gedanken ganz im gegenwärtigen Moment sind und das, was wir gerade erleben, weder bewerten noch verändern möchten.

Achtsamkeit ist auch eine innere Haltung, mit der wir allem, was das tägliche Leben mit sich bringt, mit Wertschätzung und zunehmend mehr Gelassenheit und Vertrauen begegnen können.

Wir können lernen, das Leben wieder ähnlich wahrzunehmen, wie es kleine Kinder tun  – zu lachen, wenn wir lachen, zu weinen, wenn wir weinen, jeden Augenblick ganz zu erleben und das Leben in seiner ganzen Fülle und Schönheit zu erfahren.

Wenn wir uns dem Fluss des Lebens wieder anvertrauen und uns von ihm tragen lassen, lernen wir auch wieder, dass nichts von ewiger Dauer ist, auch nicht die größte Krise – und dass wir uns gar nicht so sehr anstrengen müssen, wie wir es oft glauben.

Achtsamkeit bildet die Grundhaltung im Shiatsu.  Shiatsu bietet ein wohltuendes Gegengewicht zum üblichen Leistungsdenken unserer Gesellschaft. Es schafft einen geschützten Raum, in dem alles sein darf, wie es ist, ohne bewertet oder verurteilt zu werden. In diesem Raum darf tiefe Wandlung geschehen.

 

Aus aktuellem Anlass möchte ich gern noch einen Text aus dem Vorwort der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Mit Kindern Wachsen“ zitieren:

Es braucht jetzt wohl Menschen, die Wege kennen, sich selbst zu beruhigen, achtsam zu atmen, tief zuzuhören und vom Herzen her zu sprechen. Lösungen und Wahrheiten zeigen sich, wenn wir ihnen Raum geben und den Kampf beenden. Dabei nehmen sie nicht selten eine Gestalt an, die wir uns im Zustand von Stress und Angst gar nicht vorstellen konnten.

Entscheidend ist nicht der Reiz, den wir erleben. Entscheidend ist, wie wir innerlich reagieren und ob wir uns dafür entscheiden, mitfühlend und gelassen zu sein. Achtsamkeit, Mitgefühl, Geduld und Freundlichkeit können sich dann wie Superviren verbreiten und werden wie vom Wind in die Welt getragen.